Paartherapie & Paarsynthese

Sabine Hanke-Wehrhahn

Diplom-Sozialpädagogin, Bildungswissenschaftlerin (M.A.), Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Unterschiede zur Einzeltherapie

Anders als in der Einzeltherapie, in der ein solcher Druck selten herrscht, muß der Heilungsgradient schneller als der Zerstörungsgradient wirken, nämlich der Wettlauf gegen die Destruktion täglicher Streitereien gewonnen werden.

Weiter ist der therapeutische Umgang mit Abwehrverhalten und Widerstand ein anderer, da diese oft unterschiedlich bzw. gegeneinander aktiviert werden, auch gegenüber Therapeut oder Therapeutenpaar different agiert werden.

Paartherapie hat außerdem neben der von der Einzeltherapie abweichenden Interventionstechnik anderen Charakter und Sinngehalt: Es geht nicht um Krankheit. Leiden in der Liebe gilt nicht als heilungsbedürftig. Der historisch übliche Zugriff auf die Einzelpersönlichkeit verbietet sich von selbst; das Paar ist Spiegel der Liebesunfähigkeit unserer Gesellschaft und einer defizitären Liebeskultur.

Grundsätzlich andere Ziele werden angestrebt:
Intimität als Heilkraft, die Versöhnung der Geschlechter, das Feiern der Ekstase und die Freude an den Sinnen
.
Über Individuation und Integration hinaus wird die Vereinigung männlicher und weiblicher Energie angestrebt: In einer Art Solidarpakt wird dem Einzelnen erst möglich, Ahnenbotschaften abzulösen, elterliche Liebesmuster aufzuarbeiten, Altlasten abzubauen, um schließlich durch und im Partner Selbstentfaltung und Androgynie zu lernen.

Das dyadische Lebenskonzept vermittelt das intime Zusammenwirken zweier emanzipierter Persönlichkeiten in Gleichberechtigung und Ganzheit, – durch Androgynie eine Synthese mit dem Gegenüber (vgl. Türcke 1991), ohne diesen zu kolonialisieren. Die verantwortliche Gestaltung von Liebe und Beziehung durch Intimität führt implizit zur liebevollen Weltgestaltung.